Sitzung des Kreisausschuss: Altparteien wollen im Landkreis bei der Gesundheit Geld einsparen und bei „Flüchtlingen“ mehr Geld ausgeben

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gnadenkapelle_mit_Rathaus.jpg

ALTÖTTING – Tendenzen aus dem Kreisaussuss: Die Altparteien drücken das Gesundheitswesen im Landkreis weiter in Richtung Privatisierung um zu „Sparen“ und wollen gleichzeitig eine neue Stelle für „Flüchtlinge“ schaffen.

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Am heutigen Freitag den 10.4. tagte der letzte Kreisausschuß unter der Leitung von Landrat Schneider, bevor dieser in Rente gegen wird.

Die wichtigsten Punkte betrafen die Gestaltung des Gesudheitswesens und den Umgang mit den so bezeichneten „Flüchtlingen“, die viel zu oft gar keine echten Flüchtlinge sind.

Das bizarre Ergebnis ist: die Altparteien wollen bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung Geld einsparen und bei den Fake-Flüchtlingen zusätzliches Geld ausgeben. Die AfD hält das für falsch:

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Kreisausschuss will die medizinische Versorgung der Bürger in Burghausen und Haag verschlechtern

Welche Position hat die AfD in der Krankenhauspolitik? Ganz einfach: die kleinen Krankenhäuser müssen erhalten bleiben!

An dieser Stelle behauten die Altparteien, dass dafür kein Geld da wäre. Das können die Altparteien aber nur, weil sie der Bevölkerung folgende Wahrheiten verschweigen:

Wie kann es sein, dass es trotz dieser Zahlen Krankenhäuser gibt, die wegen Defizits geschlossen werden und daß es angeblich einen Ärtztemangel  gibt?

Eine ganz zentrale Ursache für dieses Problem liegt in dem von der Bundesregierung festgelegten Vergütungssystem. Dieses Vergütungssystem ist so ausgestaltet, dass Behandlungen, wie sie in kleinen Krankenhäusern – anteilsmäßig –  gehäuft vorkommen unterbezahlt werden und nicht kostendeckend sind, wie z.B. der Klassiker: die Entnahme eines Blinddarms. Behandlungen, wie sie in kleinen Krankenhäusern – anteilsmäßig –  gehäuft vorkommen unterbezahlt werden und nicht kostendeckend sind.

Beispiel 1: Die Durchökonomisierung des Krankenhauswesens

Das durch die Bundesregierung gestaltete Vergütungssystem hat zur Folge, dass sich internationale Konzerne auf die damit geschaffenen besonders lukrativen Anteile konzentrieren können, während den kommunalen Krankenhäusern der wenig rentable Rest bleibt, der dann vom Steuerzahler quersubventioniert werden muß:

Rang (Betten) Konzern Betten/Kliniken Gewinn 2025? Schlüsselzahlen Quelle
1 Helios Kliniken GmbH (Fresenius Helios) 28.310 / 126 Ja Umsatz: €13,55 Mrd (+7 % organisch); EBIT: €1,328 Mio (Margin: 9,8 %); Beitrag zum Konzern-Gewinn Fresenius: €848 Mio Segmentresultat. Fresenius GB 2025fresenius.com
2 Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA 13.861 / 87 Ja (basierend auf Trends) H1-Umsatz: >€3 Mrd (+10 %); Gewinn gesteigert; Q3: Umsatz+; Patienten +6,3 % (2,92 Mio 9M). EBIT stabil trotz Kosten+. H1-Berichtasklepios.com
3 Sana Kliniken AG 10.922 / 54 Nein / Gering Keine positiven Jahresdaten; Margen rückläufig (Trend seit Jahren). Übernahmen (z. B. Muldental 2025), aber Profitabilität schwach. [KMA-Online]kma-online.de
9 RHÖN-KLINIKUM AG 4.542 / 32 Ja Umsatz: €1,705 Mrd (+6,8 %); EBITDA: €106 Mio; Konzerngewinn: €36,3 Mio (vs. €45,2 Mio 2024). Patienten: 938.650 (+2,5 %). Rhön Pressemeldungrhoen-klinikum-ag.com
5 AMEOS Gruppe AG 6.826 / 40 Wahrscheinlich ja Keine spezif. Daten; passt zu 83 %-Quote privater. [Ranking]gesundheitsmarkt.de
22 Schön Klinik SE 3.285 / 16 Wahrscheinlich ja Keine spezif. Daten; privat, profitiert von Spezialisierung (Reha). [Ranking]gesundheitsmarkt.de
23 Artemed SE 3.130 / 20 Wahrscheinlich ja Keine spezif. Daten. [Ranking]gesundheitsmarkt.de

Hinweise:

  • Statista-Daten (bis 2024): Zeigen Gewinne für Helios/Asklepios/Rhön, keine 2025-Erweiterung.de.statista.com
  • Gesamtbild: Private Konzerne (7 in Top 30) outperformen öffentliche (z. B. 89 % Defizite). Umsatz-Top: Helios >€13 Mrd, Asklepios ~€6–7 Mrd (geschätzt).praktischarzt.de
  • Kontext: Trotz Gewinne Kritik an Privatisierung (z. B. „40 Jahre Gewinn und Verlust“ Studie bis 2023).gemeingut.org

Die Bundesregierung hat also das Vergütungssystem derart gestaltet

Beispiel 2: Die Durchökonomisierung der Arztpraxen in Deutschland

Ähnlich verhält es sich mit Arztpraxen. Internationale Finanzinvestoren konzentrieren sich auf die Segmente der Arztpraxen, die durch das von der Bundesregierung geschaffene Finanzierungssystem besonders hohe Gewisse ausweisen können.

In Folge werden wenig lukrative Segmente für die jungen Ärzte auch weniger attraktiv.

Beispiel 3: Das Konstrukt der Medizinischen Versorgungszentren

So sind  beispielsweise die so bezeichneten MVZ (Medizinische Versorgungszentren) in Deutschland ein beliebtes Ziel von Private-Equity-Firmen (PE) geworden, die inzwischen den Markt für Investitionen in Arztpraxen domineren.

Aufgrund des GewG-Verbots (§ 95 SGB V) direkter Beteiligungen an vertragsärztlichen Praxen nutzen Investoren gerne so bezeichnete „Buy-and-Build-Strategien“ (EuGH-Urteil 2025 bestätigt mittelbare Modelle). Sie übernehmen beispielsweise Kliniken als Holding-Vehikel  und bauen Plattformen mit Hunderten Praxen auf (Zentralisierung von Abrechnung, Einkauf, Digitalisierung) und zielen auf 4–7-jährige Haltedauer mit hohen Renditen (z. B. 21 % p.a. bei Palamon/Ober Scharrer)).

Bis Ende 2024 haben sich so 54 PE-Ketten mit ~2.000 Standorten und 50.000 Beschäftigten entwickelt, davon 1.330 Praxen in 38 vertragsärztlichen Ketten, 27.000 Jobs.

Schwerpunkte sind:

  • Augenheilkunde (504 Standorte/5 Ketten),
  • Zahnmedizin (500/12),
  • Radiologie (243/8).

Top-Finanzinvestoren und ihre Plattformen (nach Umfang/Standorten, fokussiert >100 Praxen/hohe Sichtbarkeit)

Investor Plattform(en)/Beispiele Fachbereich Umfang (Standorte/Beschäftigte/Umsatz, ca.) Bemerkungen Quelle
PAI Partners zahneins, Ober Scharrer (via Verkauf 2020) Zahnmedizin, Augenheilkunde >500 Standorte (Zahn); hohe Beschäftigte Lux.-Sitz; Verluste trotz Wachstum (Eigenkapital 29 %); Digitalisierung.ebnerstolz.de finanzwende-recherche.de Ebnerstolz PDFebnerstolz.de
Nordic Capital Ober Scharrer Gruppe, European Dental Group Augenheilkunde, Zahnmedizin >500 Standorte (Augen + Zahn); Tausende Beschäftigte 3,6x Return für Vorbesitzer; Jersey-Sitz; Standardisierte OP (Grauer Star).ebnerstolz.de finanzwende-recherche.de Nordic PRnordiccapital.com
Montagu Private Equity ARTEMIS Augenkliniken & MVZ Augenheilkunde Hohe Standorte (Teil 504 Augen); steigender Umsatz Eigenkapital -50 %; hohe Darlehen (18 % Zins); Verluste.ebnerstolz.de finanzwende-recherche.de Finanzwendefinanzwende-recherche.de
Triton Meine Radiologie Holding, Dr. Kielstein MVZ Radiologie, Allgemeinmedizin/Geriatrie >200 Standorte (Radiologie); Jersey-Sitz Expansion Spezialisierungen; typische Verschuldung.ebnerstolz.de Ebnerstolzebnerstolz.de
Telemos Capital Sanoptis, MedEuropa Augenheilkunde, Radiologie Hohe Standorte (Augen/Radio) Multi-Fach.ebnerstolz.de Ebnerstolz PDF
Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) blikk-Gruppe (inkl. Operasan) Radiologie, OP >100 Standorte Starkes Wachstum.ebnerstolz.de Ebnerstolzebnerstolz.de
EQT Curaeos Zahnmedizin Hohe Standorte Pan-europäisch.ebnerstolz.de Ebnerstolz PDF
IK Partners / IK Investment ZytoService, alanta health group Onkologie/Immunologie, Dermatologie 100+ Praxen; Krebs-Infusionen Razzia 2019; -10 % Eigenkapital.finanzwende-recherche.de Finanzwendefinanzwende-recherche.de
Apheon MVZ via Klinikum Hann. Münden Multi-Fach MVZ Wachsend (2024 Deal) €1,25 Mrd Fonds.gesundheitsmarkt.de Gesundheitsmarktgesundheitsmarkt.de

An diesem Modell des MVZ wird zunehmend Kritik  geäußert.

Die Gesundheistpolitik im Landkreis

Nachdem man die akutstationäre Versorgung in den Krankenhäusern in Burghausen und Haag bereits seit 2 Jahren nicht mehr anbietet, wird diese nun ganz offiziell als geschlossen deklariert.

Die akutstationäre Versorgung ist damit ein weiteres Opfer der eingangs beschriebenen Randbedingungen und der damit verbundenen Ungleichgewichts im Strebens nach Wirtschaftlichkeit.

Dies kommentiert der in der Kreisausschußstitung anwesende Vertreter der AfD, Günther Vogl, mit den Worten:

„Aber Kliniken müssen nach Auffassung der AfD keinen Gewinn machen. Sie sind eine gänzlich unverzichtbare Grundversorgung für die Bürger und für eine älter werdende Gesellschaft. Da darf man nach Überzeugung der AfD nicht an der Versorgung sparen, weil angeblich kein Geld da ist.

Deutschland gibt sehr freizügig weltweit Unmengen an Geld aus und muss dann offensichtlich an Kliniken sparen.

Und, damit man das schluckt, gibt es eine Prämie von 2,2 Millionen Euro, die der Landkreis freilich dringend braucht, für die Schließung der akutstationären Versorgung. Ich halte diesen Weg für falsch.“

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Flüchtlingspolitik absurd.

Ein weiteres Thema war in der Kreisausschuß-Sitzung die so bezeichneten „Flüchtlinge“. Hierzu betont die AfD, dass wir keinerlei Probleme mit den echten Flüchtlingen haben, also den amtlich anerkannten Flüchtlingen. Das betrifft ca. 5% derer, die einen Antrag stellen. Die AfD wehrt sich gegen den Umgang der Altarteien mit dem 95% „Fake-Flüchtlingen“, also den Personen, die die Altparteien als „Flüchtlinge“ bezeichnen, die aber keine Anerkennung als solche haben, sondern einen anderen Status erhalten!

Neue Stelle im Sachgebiet Staatsangehörigkeit

Im Landratsamt Altötting wird dazu nun eine neue Stelle im Sachgebiet Staatsangehörigkeit, Personenstands- und Ausländerwesen geschaffen.

Nötig ist die Stelle, weil immer häufiger ein ausländerbehördliches Tätigwerden erforderlich wird.

Dabei geht es u.a. angeblich auch um Abschiebungen, Straffälligkeit und die Prüfung von aufenthaltsbeendenden Maßnahmen.

Wörtlich steht in der Beschlussvorlage des Landratsamtes

„In der Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zeigte sich eine im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Anzahl ausländischer Tatverdächtiger. Da gerade Straffälligkeit eine Ausweisungsentscheidung der Ausländerbehörde begründen kann, stieg hiermit auch der Verwaltungsaufwand für die Prüfung der einzelnen Fälle….“

Dies kommentiert der in der Kreisausschußsittung anwesende Vertreter der AfD, Günther Vogl, mit den Worten:

„Erst lassen wir also quasi jeden rein, benötigen viel Personal dafür und dann brauchen wir zusätzlich Personal, um manche Personen wieder loszuwerden. Es wäre freilich besser, erst gar nicht jeden reinzulassen. Eine verfehlte Flüchtlingspolitik wird auch auf dem Rücken der Landkreise ausgetragen.“

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