BRÜSSEL – Die Regierung Belgiens beweist: es ist tatsächlich möglich den Ausstieg aus der Kernkraft zu revidieren,
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Deutschland hat mit dem Atomausstieg am 15. April 2023 die letzten drei Kernkraftwerke (Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland) stillgelegt, was zu anhaltenden Debatten über Energieversorgungssicherheit, steigende Strompreise und CO2-Emissionen führt.
Doch die Regierung Belgiens belegt: die technische Machbarkeit einer Wiederinbetriebnahme wird mindestens in Belgien positiv eingeschätzt, In Deutschland sei ein Wiedereinstieg technisch machbar, aber wirtschaftlich und politisch unwahrscheinlich und aktuell noch ohne Mehrheit. Kernenergie könnte Bridge sein, doch Betreiber und Kosten bremsen. BILD Emsland, WELT Rückkehr, WELT Energiewende.
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Der Ausstieg vom Ausstieg ist möglich
Basierend auf aktuellen Studien und Berichten (Stand April 2026) ist klar: eine Reaktivierung der stillgelegten Kernkraftwerke ist bei den relevantesten Anlagen machbar, aber praktisch hochkomplex. Gemeint sind:
Schlüsselanlagen und Status (Stand 2026):
- Emsland (RWE, 1.400 MW): Abgeschaltet April 2023, Rückbau läuft seit 2024 (Dekontamination, Demontage von Kühltürmen). Gut erhaltene Konvoi-Anlage, potenziell in 1–3 Jahren reaktivierbar per Radiant-Studie.
- Isar 2 (PreussenElektra/E.ON, 1.500 MW): Stilllegung März 2024, Abbaugenehmigung erteilt, Primärkreislauf dekontaminiert.
- Neckarwestheim 2 (EnBW, 1.400 MW): April 2023 abgeschaltet, Rückbau fortgeschritten.
- Brokdorf (PreussenElektra, 1.410 MW): Rückbau seit Oktober 2024 begonnen, als „aussichtsreichste“ Kandidatin gesehen (bis 1 Mrd. EUR Kosten).
- Weitere (Grohnde, Gundremmingen C): Ähnlicher Status, aber höherer Demontagegrad.ingenieur.de lbbw.de
Technische Machbarkeit einer Wiederinbetriebnahme
Eine Wiederinbetriebnahme dieser stillgelegten Kernkraftwerke ist technisch schon deswegen prinzipiell möglich, da die Kernkomponenten (Reaktordruckbehälter, Dampferzeuger) bei den jüngsten Anlagen (Baujahr 1976–1988) noch intakt sind und umkehrbare Prozesse wie Dekontamination des Primärkreislaufs rückgängig gemacht werden könnten.
Fachleute der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) betonen:
„Rein technisch ist da vieles möglich, allerdings unter Umständen mit ganz erheblichem Aufwand.“
Bisher hat jedoch kein Land weltweit einen Rückbau abgeschlossen, was einen solchen Prozess zu einem Novum macht.ingenieur.de
Notwendige Schritte:
- Rückbau umkehren: Einbau demontierter Leitungen, Dampferzeuger; Robotereinsatz bei Strahlenschutz.
- Brennstoff beschaffen: Neue Brennelemente (MOX/UA), Lieferzeit 6–12 Monate, machbar via internationale Märkte.
- Modernisierung: Anpassung analoger Steuerungen (1970er-Jahre) an aktuelle Sicherheitsstandards (z. B. Nach Fukushima-Upgrades).
- Tests und Genehmigungen: Sicherheitsprüfungen durch BASE (Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung), weniger Akten als Neubau, aber 1–5 Jahre Dauer.
- Personal: 400–500 Mitarbeiter pro Anlage, viele Ex-Kernkraftfahrer verfügbar, aber Ausbildung nötig.ingenieur.de
Herausforderungen
Als Herausforderungen wird geannt:
- Teilweise fortgeschrittener Rückbau: Bei allen Anlagen ist bereits eine Demontagen im Gange, z. B. wurden die Generatoren in Gundremmingen entfernt.
- Komponenten: Viele Teile nicht mehr produziert und Einzelanfertigungen sind teuer.
- Zeitrahmen: Optimistisch 1–3 Jahre (Brokdorf/Emsland), realistisch 3–7 Jahre bis 2030; Fraunhoferinstitut geht von mind. 5 Jahren aus.tagesschau.de
- Kosten: 3–7 Mrd. EUR pro Reaktor (total 21–42 Mrd. EUR für 6 Anlagen), plus Rückbau-Entschädigungen. Stromgestehung: 16,7 ct/kWh (günstiger als Neubau 31 ct/kW.lbbw.de
ein weiteres Problem: die Betreiberfirmen lehnen eine Wiederinbetriebnahme ab: RWE-Chef Krebber äußerte dazu, man sei
Mit anderen Worte: man erwartet Staatssubventionen.
Politische Akteure: Befürworter und Gegner
Befürworter einer Wiederinbetriebnahme streben eine Abkehr vom Ausstieg an, um Versorgungssicherheit und Klimaziele zu sichern:
- CDU/CSU: Markus Söder (CSU) fordert explizit Reaktivierung; Kanzler Friedrich Merz zeigt sich skeptisch, aber Parteiprogramm prüft Bestandsaufnahme für Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2. Ziel: langfristig neue AKWs bauen.
- FDP: rechtlich einen subventionsfreien Neubau ermöglichen (insbesondere von neuen Generationen wie SMR).
- AfD: Voller Wiedereinstieg, Reaktivierung „so schnell wie möglich“, Neubau und Forschung (Dual-Fluid-Reaktoren).
- Teile der Wirtschaft, z. B. Björn Peters: Wirtschaftlich attraktiv bis 80 Jahre Laufzeit).umweltinstitut.org sueddeutsche.de
Gegner halten am Ausstieg fest, priorisieren Erneuerbare:
- SPD/Grüne: Festhalten am Ausstieg, Fokus Endlagerung, Erneuerbare-Ausbau. Grüne: „Nicht notwendig für Klimaziele“.
- Die Linke: Erweiterung des Ausstiegs, kein Neubau.
- Umweltgruppen (BUND, Öko-Institut): Hohe Kosten, Risiken, behindert Erneuerbare.umweltinstitut.org
Umfragen: 55 % der Bevölkerung sprechen sich für Kernkraft aus (Innofact 2025). Dem Koalitionsvertrag schwarz-rot (2025) ist dazu auf Zeile 2570 nur folgender einziger Satz zu entnehmen:
„Wir regulieren die Fusionskraftwerke außerhalb des Atomrechts.“
Historischer Kontext des Atomausstiegs
Der Ausstieg begann bereits im Jahr 2000 (Rot-Grün) und wurde durch die Havarie vom Fukushima im Jahr 2011 durch dasKabinett Merkel beschleunigt. Im Jahr 2022 folgte dann eine Debatte um eine Laufzeitverlängerung aufgrund des begonnenen Ukraine-Kriegs, aber die Ampel-Regierung hielt 2023 am Ausstieg fest. Konsequenzen: Stromimporte 2024 (Netto-Importeur), Preisanstieg, CO2 +65 Mio. t/Jahr potenziell einsparbar. Berichte wie BILD (Emsland-Besuch: „Unumkehrbar? Von wegen!“) und WELT („Rückkehr um 2030 möglich“) heizen Debatte an, trotz Paywall-Teaser.m.bild.de welt.de
4. Wirtschaftliche Aspekte
Vorteile: 8 GW Grundlast (10 % Bedarf 2045), sinkende Preise (16 ct/kWh), Unabhängigkeit von Gas/Importen (Frankreich: 70 % Kernenergie).
Nachteile: Investitionen 30 Mrd. EUR (0,7 % BIP), je nach Reaktortyp fallen ggf. Endlagerkosten an (24 Mrd. EUR +). Marktwirtschaftlichkeit ist dann nicht gegeben. Vergleich: Hinkley Point C Kostenexplosion (50 Mrd. EUR). lbbw.de tagesschau.de
| Anlage | Betreiber | Leistung (MW) | Geschätzte Reaktivierungskosten (Mrd. EUR) | Zeit bis Betrieb |
|---|---|---|---|---|
| Emsland | RWE | 1400 | 3–5 | 3 Jahre |
| Brokdorf | PreussenElektra | 1410 | 1–3 | 1–3 Jahre |
| Isar 2 | PreussenElektra | 1500 | 3–7 | 4–5 Jahre |
| Neckarwestheim 2 | EnBW | 1400 | 3–5 | 3–5 Jahre |
5. Umwelt- und Sicherheitsfragen
Kernkraft ist im Betrieb CO2-frei und hat niedrige Emissionen im Vergleich zu Gas.
Von den Gegnern werden die Argumente angeführt:
- Atommüll (Endlager Gorleben/Asse-Probleme),
- Unfallrisiken (obwohl modernste Standards),
- Abfall pro kWh höher als Erneuerbare.
- SMR/Fusion: 30+ Jahre von Markttauglichkeit entfernt.tagesschau.de
Aktuelle Entwicklungen (2026)
Rückbau voran (BASE-Statusbericht 2024), Radiant-Studie: 9 Anlagen machbar. X-Diskussionen: Nuklearia e.V. pro, Fraunhofer contra. AfD fordert Pakt, Union prüft.x.com x.com
Alternativen und Zukunftsszenarien
Alternativen: Erneuerbare + H2-Gaskraftwerke (36 GW), Speicher, Netzausbau. Szenario: Bis 2030 80 % EE, Defizit 169 TWh durch Importe abdecken.
Szenarien:
- Optimistisch: Politischer Wechsel, Reaktivierung 2030 (10 GW Kernenergie).
- Realistisch: Ausstieg final, Fokus EE (Strompreise stabilisieren 2028).
- Pessimistisch: Engpässe durch EE-Schwankungen.



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