KÖLN – Dieses Interview ist eine Selbstdiagnose: ein Land steht Kopf, weil Björn Höcke 4 Stunden reden darf, was er will und Millionen Bürger sich das anhören können.
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Einer hat es gewagt, „den Teufen“ zu interviewen und danach stürzten sich die Qualitätsmedien auf ihn. Doch die Klickzahlen geben ihnen recht: Eine Woche nach der Sendung hatte das Interview ca. 4 Millionen Aufrufe. Die Tagesschau vom selben Tag hatte nur 200.000 Aufrufe,
Das Sturmgeschütz der Demokratie kanzelt den YouTuber Ben Berndt ab – das gebührenfinanzierte Hofgeplauder aus dem eigenen Lager lässt man hingegen unbehelligt, schreibt unser WELT-Gastautor, der Hamburger Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel.
In seinem Format „Ungeskriptet“ hat der Youtuber sich gedacht doch einmal den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke einzuladen.
Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre: er hat Björn Höcke auch noch viereinhalb Stunden reden lassen und jeder kann msich dies nun ansehen.
- Der „Spiegel“ widmet dem Vorgang ein langes Stück mit der Botschaft: zu lange, zu freundlich, zu unkritisch.
- Die SPD-nahe Frankfurter Rundschau lamentiert: „AfD-Politiker Björn Höcke kann sich bei Podcaster stundenlang als „ganz normal“ präsentieren
- Die Zeitung die „WELT“ meint dazu allen Ernstes: „… sein „gefährlichstes Gespräch“ in 24 Stunden„
- Der Deutschlandfunk fragt nach einem „Gipfelpunkt der Entpolitisierung von Rechtsextremismus“?
„Qualitätsjournalismus“? Nun, für echten Qualitätsjournalismus gelten klare journalistische Standards:
Die anderer Seite wird weggeschnippelt
Audiatur et altera pars, auf Deutsch: man hat auch die andere Seite zu hören. Doch dazu findet man in den Beiträgen nichts! Weder der Youtuber, noch Björn Höcke wurden offenbar kontaktiert. Jedenfalls findet sich nichts von den beiden im Artikel.
Unbelegte Behauptungen
Die „Qualitätsjournalisten“ behaupten, belegen aber nicht. Die Behauptung lautet: Höcke bekomme bei Berndt „viel Zeit, um sich selbst und sein rechtsextremes Weltbild auszubreiten“, kann man im „Spiegel“ nachlesen. Doch welche Aussage von Höcke meinten die? Keine Ahnung, denn diese pauschale Behauptung wurde durch nichts untermauert! Die „Qualitätsjournalisten“ haben also in vier Stunden Gespräch nichts gefunden, um ihre eigene Behauptung zu untermauern.
Framing
Der Spiegel greift den Youtuber persönlich über dessen früheres Geschäftsmodell an und berichtet aus dessen Biographie: Nach Stationen bei der Lufthansa und in der Rohstoffbranche habe er ein Unternehmen gegründet, das Spam-Versender abmahnte. Dieses Geschäftsmodell sei durch das Landgericht Berlin 2016 als rechtsmissbräuchlich eingestuft worden, was aber das Kammergericht dann anders sah und die Entscheidung davor aufhob. Doch der Vorwurf bleibt hängen. Der Spiegel glaubte dann noch ein klar rechtslastiges Format zu erkennen, weil er nicht nur Gregor Gysi, sondern auch AfD-Politiker einlud.
Als Leser fragt man sich, ob das eine Recherche des Spiegels ist, oder Framing um den Autor herabzusetzen.
suggestive Mikro-Diskreditierung.
Der nette Witz des Gastgebers, Höcke könne sich „gern entkleiden, so weit Sie wollen“ wird vom Spiegel als „Herrenwitz“ umgedeutet und groß aufgehängt und in Zusammenhang mit der Schilderung eines früheren Fight-Club-Kampfs mit K.o., Blut, Aggressionsfantasien gesetzt. Sätze, die natürlich dazu dienen, den Gast im Auge des Lesers herabzusetzen.
Schlusspointe
Und am Ende gilt: Einen geben wir dem Leser noch mit, dass er Höckes Worte damit verbindet:
„Was er von Höcke gelernt hat, behält er für sich.“
Eine nichtssagende Andeutung mit dem Ziel, dem Zuhörer die Möglichkeit zu schmälern, sich eigene Gedanken zu machen.
Und der Siegel selbst?
Und vor der eigenen Türe? Wir erinnern uns, da war doch etwas,. wie z.B. die
- selbst von Relotius erfundenen Reportagen,
- angreifbaren Vorverurteilungen zum Ramstein-Frontsänger
- Verdachtsberichterstattungen über den Comedian Luke Mockridge unterlassen muss
Doch dazu schweigen diese Leute leider.
Und Kritik des Spiegel an gebührenbezahlter Hofberichterstattung?
Wir erinnern uns an einen Tiefpunkt des Journalismus in Deutschland. Und der Spiegel schwieg:
All das wäre noch verzeihlich, wenn der „Spiegel“ den Maßstab, den er an Berndt anlegt, auch an sich selbst anlegen würde. Tut er aber nicht. c
Da gab es, Vizekanzler Habeck war bei den Wählern längst abgestürzt, ein Interview durch Miosga, bei dem die Mängel der Gesprächsführung zu übersehen waren:
- Statt nach der Bilanz seines Hauses – Energiepreise, Wirtschaftsentwicklung, Heizungsgesetz – zu fragen, lenkte sie das Gespräch auf den „privaten Habeck“, den Schreibtisch, das Buchprojekt.
- Nachfragen zu unangenehmen Antworten unterblieben;
- an den Stellen, an denen Konfrontation geboten gewesen wäre, kam stattdessen ein neues Thema.
- Hinzu kam eine Körpersprache – Lächeln, Zugewandtheit, Nicken im Takt der Antworten –, die das Gegenteil journalistischer Distanz signalisierte.
Da hätte der Spiegel viel berichten können, wie z.B. eine Miosga, die in einem gebührenfinanzierten Format, mit gesetzlichem Auftrag zur Ausgewogenheit, all das vergisst und unterwürfige Hofberichterstattung betreibt.
Wenn aber ein privater Podcaster, der gar nicht erst beansprucht, Journalist zu sein, die Arbeit nachholt, die Journalisten nicht machen, dreht der Spiegel auf.
Bei dem Habeck-Miosga-Talk erfolgt Hofberichterstattung und beim Berndt -Höcke-Talk erfolgt Verriß.
Das ist genau, was eine zunehmende Anzahl an Bürgern abehnt!
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Das Interview


