Einführung von CBDCs über das Sozialsystem: Indien führt monatliche, auf CBDC basierende „digitale Lebensmittelgutscheine“ für Arme ein

Quelle: Von Thomas Schoch - own work at http://www.retas.de/thomas/travel/india2007/index.html, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3787274

DEHLI – Ohne digitale ID-Wallet keine Sozialleistungen: Indiens Regierung instrumentalisiert die Armut im Land um die Digitale-ID und das „Digitale Geld“ einzuführen.

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Larry Fink der Chef  des größten Vermögensverwalters der Erde wies darauf hin, dass Indien weltweit führend in der Tokenisierung und bei digitalen IDs sei und dass die USA hier aufholen müssten. Nun instrumentalisiert Indien auch noch die Armut im Land dazu, „digitales Zentralbankgeld“ (CBDC) einzuführen, indem Armen auf ihre digitale ID-Wallet „digitale Lebensmittelgutscheine“ eingebucht werden, die Arme im Rahmen eines Sozialprogramms erhalten.

Andere Länder sind diesen Weg, CBDC mit dem Sozialsystem zu koppeln ebenfalls bereits gegangen:

Im Jahr 2022, inmitten politischer Unruhen, Aufstände und Lieferkettenengpässe, führte der Iran

„digitale Gutscheine ein, die es den Menschen ermöglichen, eine begrenzte Menge Brot zu subventionierten Preisen zu erwerben, während der Rest zu Marktpreisen erhältlich sein wird“,

Kasachstan arbeitet mit den Vereinten Nationen zusammen, um eine

„digitale Familienkarte“

einzuführen, die es der Regierung ermöglicht, alle Haushaltsverhältnisse zu überwachen und Sozialleistungen rückwirkend zu gewähren:

Im Sozialbereich führte Kasachstan 2023 die „Digitale Familienkarte“ ein, ein Informationsmanagementsystem für 19,7 Millionen Personen. Es soll die Überwachung von Familien verbessern, den Zugang zu Sozialleistungen vereinfachen und die Bürger proaktiv über ihre Ansprüche informieren (UNICEF 4.2024).

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Der Missbrauch der Not der Armen zum Ersetzen des Geldes durch „Digitales Geld“

Viele fragen sich, wie es die EU anstellen will, den Bürgern den befürchteten digitalen Sklavenring um den Hals zu legen. Wie das gehen kann zeigt aktuell Indien. Das so bezeichnete „digitale  Geld“ wird einfach an das Sozialsystem gekoppelt nach dem Motto

„Ohne Digitale ID und digitales Geld keine Sozialleistungen“

Indien, das vor Kurzem mit 1,48 Milliarden Einwhnern) wurde, zum bevölkerungsreichsten Land der Welt wurde, hat sein Sozialsystem an die indische digitale Zentralbankwährung (CBDC) gekoppelt. Auf diesem Weg instrumentalisiert die indische Regierung die Armut im Land dazu, das echte Geld durch das digitale „Fake-Geld“ auszutauschen.

Der Vorteil für die Regierung ist, dass sie mit geringem Aufwand über die Not der Betroffenen schnell große Umsätze in „Digitalgeld“ erzielen kann und so behaupten kann

„das digitale Geld ist ein voller Erfolg“    

Sozialleistungen nur noch über digitalen Bezug

Bei dem in Indien praktizierten Konzept handelt es sich um ein monatliche Sozialleistungen. Die indische Regierung gibt zu diesem Zweck

„digitale Rupien“

oder so bezeichnete

„digitale Lebensmittelgutscheine“

an die Empfänger aus und gibt damit indirekt zu, dass auf diesem Weg das Geld der Betreffenden gegen Bezugsscheine eingetauscht wird.

Das so bezeichnete digitale Zentralbankwährung (CBDC) wird zu diesem Zweck direkt an die digitalen ID-Wallets der Bürger, in Indien „Aadhaar“ genannt, in Gestalt von

monatlichen Coupon-Token

die auch als

„digitale Lebensmittelwährung“

bezeichnet wird, „ausbezahlt“.

Das Ziel: ein bargeldloses Leistungsüberweisungssystem

Dieses Konzept wurde erstmals im November 2025 von der Regierung des westlichen Bundesstaates Gujarat vorgeschlagen.

„Dabei wurde ein Modell skizziert, das darauf abzielt, das öffentliche Verteilungssystem (PDS) bargeldlos und transparenter zu gestalten“,

berichtete damals The Indian Express.

Biswambhar Basu, Generalsekretär des Verbandes der Händler von staatlichen Lebensmittelgeschäften (AIFPS), sagte damals:

„Mit diesen digitalen Coupons können die Begünstigten Lebensmittelrationen in jedem staatlichen Lebensmittelgeschäft kaufen. Dies ist eine Voraussetzung für die Umwandlung des Programms in ein bargeldloses oder direktes Leistungsüberweisungssystem.“

Laut einem neuen Bericht der Times of India soll das Pilotprogramm nun noch in diesem Monat starten. Die Times of India berichtete dazu letzte Woche:

Die Regierung plant, im nächsten Monat ein Pilotprojekt für die digitale Zentralbankwährung (CBDC) bzw. „digitale Lebensmittelwährung“ im Rahmen des kostenlosen Lebensmittelprogramms für eine begrenzte Anzahl von Begünstigten in Chandigarh, Puducherry und drei Distrikten von Gujarat zu starten. Die Begünstigten erhalten monatlich digitale Lebensmittelgutscheine direkt in eine von der indischen Zentralbank (RBI) unterstützte digitale Geldbörse auf ihren Mobiltelefonen. Die ihnen zustehenden kostenlosen Lebensmittel können sie in den Lebensmittelgeschäften abholen, indem sie einfach den QR-Code des Ladenbesitzers scannen, um die Gutscheine einzulösen.

Diese Initiative zielt darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und etwaige Schwachstellen im weltweit größten kostenlosen Ernährungssicherungsprogramm zu beheben sowie Inhaber von Lebensmittelkarten von der lästigen biometrischen Authentifizierung zu befreien. Eingeweihte Personen gaben an, dass dies als Machbarkeitsstudie (Proof of Concept, POC) für die „digitale Lebensmittelwährung“ in drei Regionen durchgeführt wird und zunächst in kleinem Umfang erfolgen soll, um die Durchführbarkeit, Funktionalität und das praktische Potenzial der Initiative zu demonstrieren.

Die Regierung wird zudem einen Zeitrahmen für die Nutzung des digitalen Coupons festlegen, um eine Anhäufung zu vermeiden. Anfang des Monats fand in Ahmedabad ein Testlauf mit 25 Begünstigten statt. Ein Regierungsbeamter gab an, dass seitdem rund 2.000 Transaktionen erfolgreich abgeschlossen wurden. Der Pilotversuch, der nächsten Monat startet, wird die Distrikte Anand, Sabarmati und Dahod umfassen.

Im Fall von Chandigarh und Puducherry hatte die Zentralregierung 2015 das Programm für direkte Geldtransfers (Direct Benefit Transfer, DBT) für Getreide eingeführt. Dabei wurde die physische Verteilung von Getreide durch direkte Geldüberweisungen auf die Bankkonten der Begünstigten ersetzt. Beamte erklärten, die digitale Lebensmittelwährung solle sicherstellen, dass die Begünstigten die Subventionen ausschließlich für den Kauf von Getreide und für keinen anderen Zweck verwenden.

Da es in diesen beiden Unionsterritorien keine Regelung zur Verteilung von Getreide gibt, existieren auch keine Lebensmittelgeschäfte. Beamte gaben an, dass die Behörden prüfen, wie geeignete Ausgabestellen für kostenloses Getreide unter Akzeptanz digitaler Währungen identifiziert werden können. Sie fügten hinzu, dass das über diese Ausgabestellen oder Lebensmittelgeschäfte verteilte Getreide von der Food Corporation of India (FCI) oder staatlichen Stellen geliefert wird.

Offizielle Stellen gaben an, dass auch Optionen geprüft würden, um sicherzustellen, dass Begünstigte, die noch einfache oder Feature-Phones verwenden und daher die E-Wallet nicht nutzen können, die digitale Lebensmittelwährung verwenden können.

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Indien fortschrittlich

Indien, Gründungsmitglied des stetig wachsenden BRICS-Blocks, ist in diesem Jahr Gastgeberland für das Treffen und Gipfeltreffen des Atlantic Council. Laut einem aktuellen Bericht der indischen Zeitung

“ plant das Land, seine Ambitionen im Bereich digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) weiter voranzutreiben.

Indiens digitales ID-System ist so effektiv darin, die Identität jedes Einzelnen zu ermitteln, dass vereinzelt die Meinung geäußert wurde, das Land müsse vielleicht nicht alles tokenisieren, da das ID-System so gut funktioniere, dass Regierung und Zentralbank wüssten, was die Menschen tun.

Indien wird sich unter den BRICS-Staaten für reibungslose grenzüberschreitende Zahlungen mit digitalen Zentralbankwährungen einsetzen. Diese Initiative wird während der diesjährigen indischen Präsidentschaft ein zentrales Thema sein. Ziel ist es, internationale Transaktionen effizienter und einfacher zu gestalten. Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India) setzt sich aktiv für die Einführung digitaler Zentralbankwährungen im Welthandel ein. Dies knüpft an frühere Gespräche über die Interoperabilität von Zahlungssystemen an.

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