Kommunalwahlen in Großbritannien 2026: Labour erleidet massive Verluste, Reform UK siegt triumphal

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LONDON – Diese Kommunalwahlen 2026 führen die Briten in ein neues Zeitalter: Reform UK greift als dritte Kraft ein, Labour ist in der Krise. Starmer muss umsteuern, Farage zielt auf die  Wahlen 2029.

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Am 7. Mai 2026 fanden im Vereinigten Königreich Kommunalwahlen statt.

Gewählt wurden 5.066 englische Ratsmitglieder in 136 englischen Kommunalverwaltungen, darunter

  • alle 32 Londoner Bezirksräte
  • 32 Metropolitan Boroughs,
  • 18 Unitary Authorities,
  • 6 County Councils ,
  • 48 ​​District Councils sowie

sechs direkt gewählte Bürgermeister in England.

Die meisten dieser Sitze in England standen zuletzt 2022 zur Wahl. Einige dieser Wahlen wurden von 2025 verschoben. Im übrigen Vereinigten Königreich fanden keine Kommunalwahlen statt, abgesehen von zwei Nachwahlen in Wales. Die Wahlen zum schottischen Parlament und zum Senedd 2026 wurden am selben Tag abgehalten.

Die Ergebnisse waren ein Erfolg für Reform UK. Die Labour-Partei setzte ihren Stimmenverlust fort, während sich die Stimmenanteile der Liberaldemokraten kaum veränderten. Die Konservativen erholten sich leicht und auch die Grünen gewannen Wähler von LAbour.

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Erdrutsch bei  Kommunalwahlen

Die Kommunalwahlen am 7. Mai 2026 in Großbritannien markieren einen historischen Wendepunkt in der britischen Politik.

In England wurden 5.066 Sitze in 136 lokalen Behörden vergeben, ergänzt um Wahlen in Schottland, Wales und diverse Bürgermeisterwahlen.

Die regierende Labour-Partei unter Premierminister Keir Starmer erlitt verheerende Niederlagen mit einem Nettoverlust von über 1.200 bis 1.460 Sitzen. Labour verlor hierdurch die Kontrolle über traditionelle Hochburgen wie Sunderland, Barnsley und Doncaster sowie über Großstädte wie Birmingham und Leeds.

Reform UK, die Partei unter Nigel Farage, feierte ihren bisher größten Erfolg: Netto-Gewinne von rund 1.384 bis 1.450 Sitzen, Mehrheiten in 10 Councils und der erste London-Borough-Sieg in Havering.

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse aller 136 Gemeinderäte errang

  • Reform UK 1.453 Sitze, ein Zuwachs von 1.451 Sitzen.
  • Labour gewann 1.068 Sitze, ein Rückgang um 1.496 Sitze.
  • Die Konservativen erhielten 801 Sitze, ein Minus von 563 Sitzen.
  • Die Liberaldemokraten gewannen 844 Sitze, ein Plus von 155.
  • Die Grünen errangen 587 Sitze, ein Zuwachs von 411.
  • Unabhängige Kandidaten gewannen 212 Sitze, ein Plus von 34 Sitzen.
  • Die Bürgervereinigung gewann 36 Sitze, ein Minus von 31.

Reform UK mit Erdrutschsieg und muslimische Antisemiten wählen Grüne

Diese Wahlen, nur zwei Jahre nach Labours „loveless landslide“ bei der Generalwahl 2024, offenbaren eine tiefe Unzufriedenheit mit der Regierung. Reform UK profitierte vom Zusammenbruch des Zweiparteiensystems, unterstützt durch das First-Past-The-Post-System, das clustered Stimmen in Sitze umwandelt.

Die Stimmanteile vom Donnerstag sind deutlich:

  1. 26 Prozent für Reform UK,
  2. 18 Prozent für die Grünen, gefolgt von je
  3. 17 Prozent für Labour und Konservative.

Ob Labours Krise mehr den Rechten oder den Linken nützt, stellen Analysten unterschiedlich dar. Reform UK hat aus dem Stand viel mehr Stimmen dazugewonnen, aber die für Labour eigentlich gefährlichere Wahlwanderung ist die zu den Grünen.

„Durchschnittlich hat Labour 18 Prozentpunkte weniger als 2022“, 

schreibt der Wahlforscher John Curtice und bezieht sich auf die letzte vergleichbare Kommunalwahl – in England werden jedes Jahr ein Teil der Kommunalvertretungen im Wechsel neu gewählt.

„Der Rückgang ist besonders hoch dort, wo die Partei früher am stärksten war, und in vielen Wahlbezirken, wo viele Menschen sich als Muslime identifizieren“.

1. Die fünf Gebiete mit den größten Labour-Prozentpunkt-Verlusten

Labour erlitt besonders schwere Einbußen in ihren traditionellen Arbeiterklasse-Hochburgen und „Red Wall“-Regionen, wo die Wähler insbesondere zu Reform abwanderten. Die Prozentpunkt-Verluste (Swing gegen Labour) basieren auf Ward- und Council-Daten, die durch BBC-Analysen und Experten wie John Curtice hervorgehoben werden. In vielen Fällen fiel Labours Stimmenanteil auf Rekordtiefs seit 52 Jahren.bbc.com lgcplus.com

Top 5 (geschätzte Prozentpunkt-Verluste, basierend auf berichteten Drops von Höchstständen zu 2026-Werten):

  1. Durham County Council (ca. -30 bis -40 Pp.): Labour fiel auf 20 % Stimmenanteil – das niedrigste Ergebnis seit Jahrzehnten. Reform UK übernahm die Führung in vielen Wards, darunter Thornley & Wheatley Hill. Traditionell Labour-dominierte Gebiete wandten sich ab.bbc.com lgcplus.com

  2. Doncaster Metropolitan Borough Council (ca. -35 Pp.): Labour verlor die Kontrolle an Reform nach Jahrzehnten der Herrschaft. Der Stimmenanteil brach von früheren Höhen (über 50 %) ein; Reform profitierte massiv.bbc.com lgcplus.com

  3. Sunderland City Council (ca. -30 Pp.): Nach über 50 Jahren Labour-Mehrheit gewann Reform die Kontrolle. Labour-Vote brach in working-class Wards ein, wo Reform bis zu 45 % holte.bbc.com

  4. Barnsley Metropolitan Borough Council (ca. -28 Pp.): Ähnlich wie Sunderland: Labour verlor nach einem halben Jahrhundert die Kontrolle. Hohe Swings zu Reform in Leave-dominierten Bezirken.bbc.com

  5. Birmingham City Council (ca. -25 Pp.): Labour verlor die Kontrolle in der zweitgrößten Stadt. Starke Reform- und Green-Gewinne, Labour sank auf unter 30 % in Schlüsselwards.bbc.com

Diese Verluste korrelieren mit hohem Anteil an Leave-Wählern (2016) und niedriger Bildung, wo Labour-Wähler frustriert abwanderten.bbc.com

2. Die fünf Gebiete mit den größten Reform UK-Prozentpunkt-Gewinnen

Reform UK erzielte explosive Zuwächse in konservativen und labour-nahen Gebieten, besonders in >95 % weißen, working-class Wards mit hohem Leave-Anteil. Die höchsten Vote Shares überschritten 60 %, ermöglicht durch FPTP-Bonus (z. B. 41 % Vote -> 72–79 % Sitze).bbc.com lgcplus.com

Top 5 (höchste Reform-Vote Shares oder Swings):

  1. Thornley & Wheatley Hill Ward (Durham CC, 65,1 % Vote Share, + ca. 50 Pp.): Rekordhoch für Reform; massiver Swing von Labour/Tories.bbc.com

  2. Romney Marsh Ward (Kent CC, ca. 60 % , +45 Pp.): Starke Gewinne in Tory-Hochburg; Reform brach Kent-Kontrolle.bbc.com lgcplus.com

  3. Chadsmoor Ward (Staffordshire CC, ca. 58 %, +40 Pp.): Teil des 41 %-Councils-Siegs mit 72 % Sitzen.bbc.com

  4. Tamworth (Staffordshire CC, Sweep, + ca. 45 Pp.): Reform fegte den Bezirk; enorme Swings.lgcplus.com

  5. Broxbourne (Hertfordshire CC, Breakthrough, +40 Pp.): Reform brach Tory-Stranglehold; hoher Swing in Südosten.lgcplus.com

Weitere starke Councils: Derbyshire (41 % ->66 % Sitze), Suffolk, Essex.bbc.com

3. Die drei Hauptgründe für diese Änderungen

Diese Verschiebungen werden mit strukturellen und konjunkturellen Faktoren begründet:

  • Massiver Unmut über Immigration und Labour-Politik: Reform UK’s anti-immigration-Agenda traf den Nerv in Leave- (45 % Reform-Vote) und white working-class-Wards (39–43 %). Die Labour-Regierung wurde für eine hohe Netto-Migration (über 1 Mio./Jahr) verantwortlich gemacht; Die Wähler erkannten keine Änderungswillen bei Labour. bbc.com
  • Wirtschafts- und Regierungsversagen von Labour: Nach zwei Jahren Starmer-Regierung stagnierten Löhne, Inflation und Steuern stiegen. Labour-Vote kollabierte in Herzlanden durch „Disillusionment with actions in office“ (19 % NEV, -15 Pp.).lgcplus.com
  • Zerfall des Zweiparteiensystems und FPTP-Effekt: Reform nutzte die so bezeichnete Cluster-Analyse (z. B. 10-Punkte-Sitzbonus); Labour/Cons verloren insbesondere in ihren starken Gebieten. Kennzeichnend war eine zunehmende Fragmentierung (5+ Kandidaten/Ward), worin Reform als bekannteste „Protest-Voice“ dominierte.bbc.com lgcplus.com

4. Originalzitate von Keir Starmer und Nigel Farage

Keir Starmer erklärt die Ergebnisse: In einer Pressekonferenz nach den Wahlen sagte Starmer:

„Ich scheue mich nicht davor einzugestehen, dass ich Zweifler habe – auch in meiner eigenen Partei. Diese Zweifler behaupteten, ich könne keine Parlamentswahl gewinnen; ich habe sie widerlegt – und ich werde sie erneut widerlegen.“

Er gab „unnötige Fehler“ zu und versprach einen „Wechsel“, trotz interner Rücktrittsaufrufe.x.com

Nigel Farage beschreibt die Ergebnisse: Farage triumphierte:

„Es ist ein historischer Tag für das britische Wahlsystem“

und betonte Reforms Durchbruch in Labour-Heartlands. Er nannte es einen

„shock to the two-party system“.

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